FH JOANNEUM Lecture mit Paul Draus

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8. Mai 2018 | 16.00 Uhr
Auditorium im Joanneumsviertel, 8010 Graz

Design & Protest in Detroit: Tracing Scars and Healing Space

Diese Präsentation untersucht die spannungsgeladene Beziehung zwischen Protest und Design durch die Linse eines raumbildenden Projekts in der stark industrialisierten Region von Southwest Detroit. Das Projekt möchte das Vermächtnis des Hunger-Marsches von 1932 würdigen, ein bedeutendes, aber fast vergessenes Ereignis in Detroits Geschichte der Arbeit, und gleichzeitig auf eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft hindeuten. Dieses Beispiel wird im Zusammenhang mit aufkommenden Fragen rund um die Themen Segregation, Umweltrassismus, Gentrifizierung und Gerechtigkeit im Verlauf der jüngsten Phase der Stadtentwicklung diskutiert.

Paul Draus
Paul Draus ist Soziologe und ethnographischer Forscher am Department of Behavioral Sciences der University of Michigan-Dearborn. Von 1992 bis 2000 arbeitete Draus als Gesundheitsexperte und war auf die Bekämpfung von Tuberkulose spezialisiert, zuerst in New York City und dann in Chicago. Er promovierte 2001 an der Loyola University Chicago und ist Autor von Consumed in the City: Observing Tuberculosis at Century’s End (Temple University Press, 2004), das auf seiner Dissertationsforschung basierte. Er publizierte ausführlich in den Bereichen gesundheitsrelevante Verhaltensweisen und soziale Kontexte im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch in ländlichen und städtischen Gebieten. Seine jüngsten Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Beziehung zwischen dem Landschaftswandel in Bezug auf Nachbarschaft und marginalisierten Bevölkerungsgruppen in Detroit.

Design & Protest
Die diesjährige Lecture-Reihe des Instituts für Design und Kommunikation der FH JOANNEUM bringt dazu ReferentInnen unter anderem aus Tel Aviv, Detroit, New York und Porto nach Graz, um unterschiedlichste Aspekte dieser Tendenzen an konkreten Beispielen zu präsentieren und zu diskutieren.

Seit mehr als hundert Jahren visualisieren Kreative Ideen, fördern das Engagement in sozialen und politischen Fragen und beteiligen sich so an der Gestaltung der Welt. Auch heute geben sich viele DesignerInnen nicht mehr damit zufrieden, gut betuchte KundInnen in ihrer Suche nach ästhetischer Abgrenzung zu bedienen, sondern hinterfragen zunehmend ihre Rolle als GestalterInnen im Kontext der immer größer werdenden Kluft zwischen Reich und Arm. Sie engagieren sich in sozialen Bewegungen, unterstützen Basisinitiativen und versuchen ganz einfach und unaufgeregt einen Beitrag zur Verbesserung der Welt und für eine solidarische Gesellschaft zu leisten.

idk.fh-joanneum.at


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Weitere FH JOANNEUM Lecture:

Dienstag, 8. Mai 2018
Joanneumsviertel | Kalchberggasse, 8010 Graz

17.00 Uhr | Álvaro Rego